Sportvereinen geht die Puste aus

Droht durch zweiten Lockdown ein Vereinssterben?

● Mehr Austritte aus Neumitglieder

● Rücklagen aus 2019 müssen bis Ende 2021 verwendet worden sein

● Kinder und Jugendliche besonders betroffen

● Finanzielle Hilfen wurden versprochen

Keine Zuschauereinnahmen und Sponsorengelder, keine Kursgebühren und Veranstaltungen, dafür aber Zusatzkosten für Hygienemaßnahmen und Coronatests. Zusammengenommen würde das für eine finanzielle Notlage von Sportvereinen im Jahr 2020 wohl reichen. Aber es kommt für viele Vereine noch schlimmer: Sie verzeichnen kaum Neuzugänge, dafür immer mehr Austritte. Weil viele Mitglieder den Verein als Dienstleister sehen und die Haltung vertreten „ein Sportverein ohne Sport ist nichts wert, ich kündige und trete dann wieder ein, wenn der Regelbetrieb läuft“, leeren sich die Vereinskassen und Schließungen drohen. Zudem flattern am Anfang eines jeden Jahres die Gebühren für Versicherungen und Verbandsbeiträge ins Vereinsheim. Den ersten Lockdown im Frühling überstanden die Organisationen mit einem mehr oder weniger blauen Auge. Jetzt wird die Luft dünn. Thomas Härtel, Präsident des Landessportbundes Berlin begründet dies in einem Interview mit der Berliner Morgenpost mit der wachsenden Unsicherheit der Menschen und mahnt: „bei Wiederholungen der Lockdowns oder einer Verlängerung der Situation wird das mit Sicherheit größere Auswirkungen haben“.

Verwendung von Rücklagen
Gemeinnützige Vereine dürfen aus rechtlichen Gründen nur in sehr begrenztem Maße Rücklagen bilden – und müssen diese zeitnah verwenden. Dass Sportvereine in diesem Jahr überhaupt Rücklagen bilden konnten, ist schwer vorstellbar. Überschüssige Gelder aus dem Jahr 2019 müssen bis Ende 2021 verwendet worden sein.

Kinder und Jugendliche leiden besonders
Unter den Pandemiemaßnahmen leiden gerade junge Menschen – physisch und psychisch. Jedes zehnte Kind hat seit März an Gewicht zugelegt; wenig Bewegung, soziale Einsamkeit und viel Naschwerk haben ihre Spuren hinterlassen. Auch psychosomatische Störungen wie Gereiztheit, Einschlafprobleme, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit und Bauchschmerzen treten vermehrt auf (https://www.aerzteblatt.de/archiv/216647). Für junge Vereinssportler käme die Schließung ihres Vereins einer Katastrophe nahe.

Finanzielle Hilfen und Mitgliederkommunikation
Sportverbände der Bundesländer und die Länder selbst bieten finanzielle Unterstützung für Vereine an. Auf vereinswelt.de findet man jetzt einen kostenlosen Ratgeber zum Download. Ebenso wichtig ist es, den Mitgliedern Einsichten in die Vereinsproblematik zu gewähren und ihnen die Bedeutsamkeit ihrer Mitgliedschaft klarzumachen. Ein Sportverein ist weniger ein Dienstleister für Sport als vielmehr eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten oder Kameraden, die auch in schweren Zeiten zusammenhalten müssen.   

Die KomServ GmbH berät Vereine in der Mitgliederkommunikation und unterstützt bei der strategischen Planung und Umsetzung.

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